Die Reise zum Nordpol

imagesAls Sarah und Moritz vor einigen Tagen das Ufer der so genannten Mazzesinsel betraten, hatten sie nicht nur eine lange Reise hinter sich, sondern durften sicher sein, dass sie nun ihr Gelobtes Land betraten.

„Alter Schwede,“ übte Moritz bereits so eine Redensart, die zu pflegen man ihm angeraten hatte, und auch Sarah stieß ins selbe Horn, allerdings den Schwedenplatz eines letzten Blickes würdigend und diesen zielstrebig nach vorne wendend: „Moritz, vergiss den Hermann, wir sind jetzt an der Adria,“ belehrte sie ihn, und beide freuten sich, dass sie nur noch wenige Schritte von ihrem eigentlichen Ziel, dem jedes rechtschaffenden Pinguins, trennen sollte.

So schritten, naja, also, so watschelten sie frohen Mutes voran und begeisterten sich an ihrer neuen Heimat und ihren Attraktionen. „Odeon steht wohl für abendliches Amüsement,“ lechzte Moritz, aber Sarah zog ihn sogleich mahnend an seinem Frack, während Moritz schon den geräumigen Platz zu seiner linken wahrnahm, der Labung nach einer langen Reise versprach. „Hier residieren Watschelmann und Patsch, unsere Helden, die uns ein sorgenfreies Leben ermöglichen wollen,“ frohlockte Sarah, stets bemüht, sich um die beiden und ihre Nachkommenschaft zu sorgen. Das Haus machte auf die beiden auch einen Vertrauen einflößenden Eindruck, und sie nahmen sich vor, Watschelmann und Patsch schon bald einen Besuch abzustatten.
Aber jetzt galt es, ihr Ziel zu erreichen, und daher machten sie nicht Rast und setzten die letzte Etappe erwartungsvoll fort. Vorbei ging es am Museum, am Marktplatz mit seiner Farbenpracht an Köstlichkeiten. Sarah zog Moritz, der sich auch hier gleich häuslich einrichten wollte, fort und so öffnete sich ihnen der große Garten, der natürlich („Moritz, geh weiter!“) ebenfalls zu spontanem Verweilen einlud.
Doch hier setzte sich der Globetrotter gegen seine Angetraute durch und auf seinen Allerwertesten, vernahm er doch aus einem nahen Märchenschloss engelsgleiche Klänge, die aus den Mauern drangen und ihn glauben machten, in einem Meer aus wohlgeformten Klängen, einer Blütenpracht inmitten der Vielfalt der großen Stadt, durch die sie sich gerade noch durchgeschlagen hatten, zu befinden. „Hier bleiben wir, das ist unser Paradies!“ rief Moritz und steckte mit seiner Begeisterung wohl auch Sarah an, die, zwar grummelnd, einwilligte, ein Minütchen der Pracht zu widmen.
So beobachteten sie und erfreuten sich an dem Treiben der Städter und dem Lachen ihrer Kinder, die hier Erholung fanden, erinnerten sich an die Erzählungen, die sie schließlich dazu bewogen hatten, die lange Reise anzutreten …

Dermaßen gestärkt, rafften sie sich auf und betraten, naja, bewatschelten ihr gelobtes Land: Die Pinguine waren am Nordpol gelandet!

erschienen auf spheniscidus am 15.11.2015Haifisch-SuiteJG klein

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