Ein Bouquet aus edlen Texten, Tönen und Tropfen

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Letztes Wochenende, am 24. Juli 2016, machten Bela & Friends wieder Station in Rohrau, im Geburtshaus der Brüder Josef und Michael Haydn. Bala Koreny, begleitet von Burg-Mimin Dorothee Hartinger und Julian Loidl, bewiesen nicht nur mit ihrem Abendprogramm erlesenen und unterhaltsamen Geschmack, sondern auch ein G’spür für kulinarische Genüsse.

Rohrau entpuppte sich an diesem Sonntag zu einem wahrhaften Hotspot und das in vielfältiger Hinsicht: zum einen, weil der Sommer ausgiebig von sich grüßen ließ, was die Motivation für einen Spaziergang ums Leithagebirge dramatisch schrumpfen ließ, was aber dem Tagesgenuss keinen Abbruch tat. Lockte doch schon am Nachmittag eine temporäre Außenstelle des hier ansässigen Biowinzers Raser-Bayer in den romantischen Innenhof des historischen Anwesens und ließ keine Wünsche unerfüllt, wenn es darum ging, einen lauschigen Sonntagnachmittag in vollen Zügen zu genießen. Die Küche zauberte Hausmannskost vom Feinsten, und der (mitgebrachte) Keller die edlen Tropfen auf den Tisch, was schließlich von den Stargästen des Abends übertroffen wurde.

„Ich bin der Vogel, den das Nest beschmutzt“, so der Titel des Programms, das Bela, Dorothee Hartinger und Julian Loidl mitgebracht hatten. Dieser stammte aus der spitzen Feder des unvergessenen Satirikers Karl Kraus, und ebenso literarisch-aristokratisch hielten Gedichte, Chansons und Couplés, gewürzt durch den schier unerschöpflichen Anekdotenschatz aus Belas Erinnerungen das Versprechen auf einen außergewöhnlichen Abend. Demnach spannte sich der Bogen von Gedichten Fritz Grünbaums bis Elfriede Jelinek und Coupléts aus der Feder der unvergessenen Gerhard Bronner und Georg Kreisler, gaben Einblick in den Scharfblick für die gesellschaftliche Ereignisse ihrer Zeit und die Bestätigung, dass dieser, wenn es besinnlicher wurde, auch heute kaum an Aktualität eingebüsst hatte.

Kein Wunder, dass tosender Applaus und die oft gewünschten Encores den Abend prolongierten, bis er unter einem sternenklaren Himmel am Rande der pannonischen Tiefebene seinen wohlklingenden Ausklang gefunden hatte.

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